Demjansk 1942 – Als Stalin 100.000 Deutsche Verhungern Lassen Wollte

 

Im Februar 1942 befanden sich 100.000   deutsche Soldaten in einer Falle,   eingeschlossen von der roten Armee, ohne   Fluchtweg bei -40°.   Die meisten Generäle rechneten damit,   dass sie alle sterben würden, aber dann   geschah etwas unglaubliches, etwas, das   die Geschichte der Ostfront für immer   verändern sollte.

 

 Heute zeigen wir dir,   wie diese Männer das Unmögliche   schafften und welchen Preis sie dafür   bezahlen mussten. Der Winter 19412   war der brutalste, den die Wehrmacht je   erlebt hatte. Hitlers Blitzkrieg hatte   im Sommer noch unstoppar gewirkt, doch   im Dezember verwandelte sich die   Ostfront in eine gefrorene Hölle. Die   deutschen Soldaten trugen immer noch   Sommerformen.

 

 Ihre Waffen versagten in   der Kälte und die sowjetische   Gegenoffensive rollte wie eine Lawine   über sie hinweg. Lastwagen starteten   nicht mehr, Panzer froren fest und die   Männer wickelten sich in Zeitungspapier,   um nicht zu erfrieren. Dies war nicht   der Krieg, für den sie trainiert hatten.   Die Propaganda hatte ihnen versprochen,   dass Moskau vor dem Winter fallen würde.

 

  Jetzt im tiefsten Winter waren sie   hunderte Kilometer von Berlin entfernt,   umgeben von einem Feind, der zahlreicher   und besser vorbereitet war als je zuvor.   Am 8. Januar 1942   startete die rote Armee ihre   Winteroffensive mit voller Wucht. Die   Nordwestfront unter General Pavel   Alexiewjewitsch Kurotchkin hatte ein   klares Ziel.

 

 Die Deutsche Heresgruppe   Nord zerschlagen und Leningrad befreien.   Die Sowjets warfen frische   wintererprobte Divisionen in die   Schlacht. Soldaten, die wussten, wie man   bei -40° kämpft. Diese Männer kannten   die sibirischen Winter. Sie trugen   wattierten Schneeuniformen und hatten   Waffen, die in der Kälte funktionierten.   Die deutschen Linien, dünn besetzt und   erschöpft von monatelangen Kämpfen,   begannen zu brechen.

 

 Ganze Regimenter   verdampften unter dem sowjetischen   Angriff, lösten sich auf wie Schnee in   der Sonne. Doch die rote Armee machte   einen entscheidenden Fehler. Anstatt die   deutschen Truppen frontal   zurückzudringen, konzentrierte sie sich   darauf, sie einzukreisen. Die   sowjetischen Panzer durchbrachen die   Flanken und schlossen sich hinter den   deutschen Positionen.

 

 Es war eine   klassische Kesselschlachttik, die die   Sowjets von den Deutschen gelernt   hatten. Ironischerweise war es dieselbe   Strategie, die die Wehrmacht 1941 so   erfolgreich eingesetzt hatte. Innerhalb   weniger Tage waren sechs deutsche   Divisionen komplett umzingelt,   eingekesselt in einem Gebiet um die   kleine Stadt Demansk.

 

 Stalin persönlich   verfolgte die Operation auf Karten in   Moskau und erwartete eine schnelle   Vernichtung der eingeschlossenen Kräfte.   Er sah bereits die Schlagzeihen vor   sich. Rote Armee zerschlägt deutsche   Heresgruppe. Es sollte ein Symbol der   sowjetischen Stärke werden. Am 8.   Februar 1942   schloss ich die Falle endgültig.

 

 General   der Infanterie Walter von Brockdorf   Alefeld, Kommandeur des Zweiten Armee   Corsors, erkannte sofort die   Katastrophe. Seine hundert Soldaten   saßen in einem Kessel von etwa 100 km   Durchmesser fest. Ringsum 18 sowjetische   Divisionen, hungrig auf Vergeltung. Die   nächsten deutschen Linien waren 40 km   entfernt durch feindlich besetztes   Gebiet.

 

 Brockdorf Alefeld war ein   erfahrener Offizier, ein Veteran des   Ersten Weltkriegs, aber selbst er hatte   noch nie eine solche Situation erlebt.   Er versammelte seine Stabsoffiziere und   sagte die Worte, die niemand hören   wollte. Meine Herren, wir sind   eingeschlossen. Die Frage ist nicht, ob,   sondern wie lange wir durchhalten   können. Die Lage war verzweifelt.

 

 Die   eingeschlossenen Truppen brauchten   täglich 300 Tonnen Nachschub. Munition,   Treibstoff, Medikamente, vor allem aber   Nahrung. Ohne Versorgung würden sie   innerhalb von zwei Wochen verhungern   oder erfrieren. Die Vorräte im Kessel   reichten für maximal 10 Tage. Die   meisten Generäle im Hauptquartier   rechneten mit einem zweiten Stalingrad,   noch bevor Stalingrad überhaupt begonnen   hatte.

 

 Einige Offiziere schlugen bereits   vor, die eingeschlossenen Truppen   aufzugeben und die Kräfte an anderen   Frontachnitten zu konzentrieren. Es war   eine militärische Rechnung, 100.000 Mann   gegen Millionen an anderen Fronten.   General Feldmarschall Wilhelm Ritter von   Leb, kürzlich entlassener   Oberbefehlshaber der Heresgruppe Nord,   hatte genau diesen Rückzug vorgeschlagen   und war dafür von Hitler gefeuert   worden.

 

 Doch dann kam eine Entscheidung,   die alles verändern sollte. Hitler,   traumatisiert von den Rückzügen des   Winters, gab einen Befehl, der zunächst   wahnsinnig klang. Halten, kostte es, was   es wolle. Keine Kapitulation, kein   Rückzug. Die Truppen sollten eine   Festung dem Jansk bilden und bis zum   letzten Mann ausharren. Für viele   Offiziere klang das wie ein Todesurteil.

 

  Generaloberst Franz Heider, Chef des   Generalstabs, notierte in sein Tagebuch:   “Der Führer verlangt das Unmögliche.   Aber was niemand ahnte, dieser Befehl   würde zur Geburtsstunde einer   militärischen Revolution werden. Einer   Revolution, die später katastrophale   Folgen haben würde. Hitler war besessen   von der Idee, dass Rückzüge die Moral   zerstören würden.

 

 Er glaubte, dass   eiserner Wille stärker sei als jede   strategische Überlegung. Demjansk würde   sein Experiment werden. Generaloberst   Georg von Küchler, Oberbefehlshaber der   Heresgruppe Nord, stand vor einer   unmöglichen Aufgabe. Wie sollte er   100000 Männer versorgen, die vom Rest   der Wehrmacht abgeschnitten waren? Die   Antwort kam von einem Mann, der später   als Vater der Luftbrücke bekannt werden   sollte.

 

 Generalmajor Fritz Morsik,   Transportoffizier Luftwaffe. Morsik war   kein Kampfpilot, sondern ein Logistiker,   ein Mann, der in Tonagen, Flugstunden   und Verbrauchsraten dachte. Und jetzt   musste er das größte logistische Puzzle   seiner Karriere lösen. Er saß tagelang   über Karten und Zahlen, rechnete und   verrechnete. Bis er zu dem Schluss kam.

 

  Es ist möglich, aber nur knapp. Jeder   Fehler, jedes schlechte Wetter, jeder   Flugzeugverlust könnte das ganze System   zusammenbrechen lassen. Morsik schlug   etwas vor, das noch nie in diesem Ausmaß   versucht worden war. Eine komplette   Versorgung aus der Luft, nicht nur für   ein paar Tage, sondern für Monate.

 

 Die   Idee klang verrückt. Die Luftwaffe hatte   ihre eigenen Probleme: Treibstoffmangel,   Verluste, schlechtes Wetter, aber es gab   keine Alternative. Am 18. Februar 1942   begann die größte   Luftversorgungsoperation der Geschichte   bis zu diesem Zeitpunkt. Morsig rechnete   alles akribisch durch.   Flugzeugkapazitäten,   Wetterfenster, Treibstoffverbrauch,   Verlustprognosen.

 

 Seine Berechnungen   zeigten, dass es theoretisch möglich   war, aber nur knapp. Er brauchte   mindestens 150 Transportmaschinen, die   jeden Tag mehrere Flüge machten. Er   brauchte gutes Wetter für mindestens 50%   der Zeit. Er brauchte Glück. Und er   bekam es, zumindest am Anfang. Und hier   beginnt der wahnsinnige Teil dieser   Geschichte.

 Die Luftwaffe mobilisierte   alles, was fliegen konnte. Junkas Yu52   Transportmaschinen, die eigentlich für   Passagiere gebaut wurden, verwandelten   sich in Lebensadern. Heinkel He111   Bomber warfen ihre Waffen ab und luden   stattdessen Lebensmittel ein. Sogar die   riesigen Messerschmid23   Giganttransporter, die größten   Landflugzeuge der Welt, wurden in die   Schlacht geworfen.

 

 Diese fliegenden   Ungetüme waren eigentlich für die   geplante Invasion Englands gebaut   worden. Jetzt retteten sie deutsche   Soldaten in Russland. Flugzeuge wurden   von Trainingsschulen abgezogen, Piloten   aus anderen Einheiten kommandiert.   Mechaniker arbeiteten rund um die Uhr,   um jedes verfügbare Flugzeug flugbereit   zu halten.

 

 Die Piloten flogen unter   unmöglichen Bedingungen. Schneestürme   machten die Navigation zum Glücksspiel.   Sowjetische Flag schoss auf alles, was   sich bewegte. Jäger der roten Luftwaffe   patroulierten ständig über dem Kessel   und trotzdem flogen sie Tag für Tag,   Nacht für Nacht. Die Ju   Piloten nannten ihre Routen   Todeskorridore, weil so viele von ihnen   nie zurückkehrten.

 

 Manche Piloten flogen   drei, vier Einsätze pro Tag. Sie   landeten auf provisorischen   Eislandebahnen unter feindlichem   Beschuss, luden so schnell wie möglich   ab und starteten wieder. Der Stress war   unerträglich. Viele entwickelten   Magengeschwüre, andere hatten   Nervenzusammenbrüche.   Einige Piloten begannen vor jedem   Einsatz zu beten, obwohl sie ihr ganzes   Leben Atheisten gewesen waren.

 

 Ein   Pilot, Oberleutnand Werner Baumbach,   schrieb später: “Wir flogen durch   Höllenwetter, das jeden zivilen   Flugverkehr gestoppt hätte. Unsere   Windschutzscheiben vereisten, unsere   Instrumente versagten. Wir flogen nach   Gefühl und beteten. Und jedes Mal, wenn   wir landeten und die hungrigen Gesichter   der Soldaten sahen, wussten wir, warum   wir es taten.

 

 Ein anderer Pilot erzählte   von einem Flug, bei dem er so stark vom   Flag getroffen wurde, dass sein Copilot   starb und er selbst verwundet war. Aber   er brachte das Flugzeug trotzdem zurück,   weil er wußte, daß seine Ladung   Medikamente enthielt, die Leben retten   würden. Aber es funktionierte. Gegen   alle Erwartungen funktionierte es.

 

 Die   Luftwaffe schaffte es durchschnittlich   270 Tonnen Nachschub pro Tag in den   Kessel zu fliegen. Manchmal waren es nur   150 tonn, an guten Tagen über 300. Die   Soldaten in dem Jansk bekamen gerade   genug, um zu überleben. Nicht mehr, aber   auch nicht weniger. Jeden Morgen hörten   sie das Brummen der Motoren am Himmel   und jeden Morgen wussten sie, wir leben   noch einen Tag länger.

 

 Dieses Geräusch   wurde zu ihrem Lebenselixier, zu ihrer   Verbindung mit der Außenwelt, zu ihrem   einzigen Hoffnungsschimmer. Soldaten   erkannten die verschiedenen Motoreng,   das tiefe Brummen der U52,   das höhere Pfeifen der HE11.   Sie zählten die Flugzeuge, wie andere   Menschen Schafe zählen. Im Kessel selbst   spielte sich ein Überlebenskampf ab, der   die Grenzen menschlicher Belastbarkeit   testete.

 

 Hundertend eingeschlossenen   Soldaten mussten nicht nur gegen die   Sowjets kämpfen, sondern auch gegen den   Winter, den Hunger und die Verzweiflung.   Die Temperaturen fielen auf -45°.   Waffen frohren fest, Motoren starteten   nicht mehr. Verwundete Erfroren, bevor   sie behandelt werden konnten. Männer   verloren Finger und Zehn durch   Erfrierungen.

 

 Die Sanitäter amputierten   mit primitiven Werkzeugen ohne   ausreichende Betäubung. Die Schreie   halten durch die Bunker. Ein Arzt   berichtete später, daß er in einem   einzigen Monat über 100t Amputationen   durchführen musste und das waren nur die   Fälle, die überlebten. General von   Brockto auf Alefeld organisierte die   Verteidigung mit eiserner Disziplin.

 

 Der   Kessel wurde in Sektoren aufgeteilt.   Jede Division übernahm einen Abschnitt.   Die Soldaten gruben sich in den   gefrorenen Boden ein, bauten Bunker aus   Baumstämmen und Schnee. Der Boden war so   hart gefroren, daß Spitzhacken   abbreiten. Sie mussten Feuer machen, um   den Boden aufzutauen, bevor sie graben   konnten.

 

 Aber Feuer zog sowjetisches   Artilleriefeuer an. Es war eine   teuflische Situation ohne perfekte   Lösung. Also gruben sie nachts im Schutz   der Dunkelheit und hofften, daß die   Sowjets sie nicht sahen. Die Frontlinie   wurde zu einem Labyrinth aus   Schützengräben, Stacheldraht und   Minenfeldern. Jeden Tag griffen die   Sowjets an, manchmal mit Artillerie,   manchmal mit Panzern, manchmal mit   Wellen von Infanterie.

 

 Die sowjetischen   Kommande waren unter enormem Druck von   Stalin, den Kessel zu zerschlagen. Also   warfen sie immer mehr Truppen in den   Fleischwolf, hoffend, dass irgendwann   die deutsche Verteidigung   zusammenbrechen würde. Manchmal kamen   die Angriffe in solchen Massen, dass die   deutschen Maschinengewehre überhitzten   vom Dauerschießen.

 

 Die Läufe mussten mit   Schnee gekühlt werden. Die Kämpfe waren   brutal und kompromisslos. Sowjetische   Truppen versuchten immer wieder den   Kessel zu zerbrechen. Sektor für Sektor,   Meter für Meter. Die deutschen Soldaten   hielten mit dem Mut der Verzweifelten.   Sie wussten, dass ein Durchbruch ihr   Todesurteil bedeuten würde.

 

 Also   kämpften sie mit Gewehren,   Maschinengewehren, Handgranaten,   manchmal mit bloßen Händen. Nahkämpfe im   Schnee waren häufig, brutal und   persönlich. Männer sahen ihren Feinden   in die Augen, während sie um ihr Leben   kämpften. Ein Unteroffizier namens Josef   schrieb in sein Tagebuch: “Heute habe   ich einen russischen Soldaten getötet.

 

  Er war nicht älter als 20. Er hatte ein   Foto seiner Familie in der Tasche. Ich   kann nicht aufhören, daran zu denken.   Aber der wahre Feind war der Hunger. Die   Luftversorgung reichte gerade so zum   Überleben, aber nicht für volle   Rationen. Die Soldaten teilten sich eine   Scheibe Brot pro Tag, eine dünne Suppe,   wenn sie Glück hatten.

 

 Sie aßen   Pferdefleisch, als die Tiere starben.   Zuerst die verwundeten Pferde, dann die   gesunden, als die Vorräte schwanden. Sie   kauten auf gefrorenem Brot, das hart wie   Stein war.   Einige begannen zu halluzinieren, andere   verloren den Verstand. Ein junger Soldat   namens Karel schrieb in seinem Tagebuch:   “Ich träume jede Nacht von meiner   Mutters Küche.

 

 Ich kann den Geruch   riechen. Dann wache ich auf und es gibt   nur Kälte und Hunger. Manche Männer   verloren über 20 kg Körpergewicht. Ihre   Uniformen hingen an ihnen wie Säcke. Die   medizinischen Einheiten waren   hoffnungslos überfordert. Zu viele   Verwundete, zu wenig Medikamente, keine   Möglichkeit zur Evakuierung.

 

 Chirurgen   operierten in zugigen Bunkern bei   Kerzenlicht. Verbandsmaterial wurde   wieder verwendet, nachdem es gewaschen   wurde, wenn Wasser verfügbar war.   Morphin war rationiert, reserviert für   die schlimmsten Fälle. Viele Verwundete   mußten ohne Schmerzmittel leiden. Die   Sterberate war erschreckend hoch. Nicht   wegen schlechter medizinischer   Versorgung, sondern wegen unmöglicher   Umstände.

 

 Ärzte arbeiteten bis zur   Erschöpfung 18, 20 Stunden pro Tag und   sahen trotzdem Männer sterben, die sie   hätten retten können, wenn sie nur die   richtigen Medikamente gehabt hätten. Und   trotzdem hielten sie wochenlang,   monatelang. Die Psychologie dieser   Männer war erstaunlich. Sie wußten, daß   ihre Kameraden draußen versuchten, sie   zu befreien.

 

 Sie hörten die Luftbrücke   über sich. Sie sahen, wie die Sowjets   tag für Tag zurückgeschlagen wurden. Und   das gab ihnen Hoffnung, die   gefährlichste und mächtigste Waffe in   einem Kessel. Hoffnung hielt sie am   Leben, wenn Logik ihnen sagte,   aufzugeben. Hoffnung ließ sie noch einen   Tag durchhalten, noch einen Angriff   abwehren, noch eine Nacht überstehen.

 

  Die Offiziere wussten, dass Hoffnung   wichtiger war als Nahrung. Also   erzählten sie ihren Männern jeden Tag   die neuesten Nachrichten von draußen.   Sie malten die Rettung in leuchtenden   Farben, auch wenn sie selbst zweifelten.   Außerhalb des Kessels aber spielte sich   ein Drama ab, das noch verzweifelter   war.

 

 Die Deutsche Heresgruppe Nord   organisierte Operation Brüttenschlag,   einen massiven Entsatzangriff, um die   eingeschlossenen Truppen zu befreien.   Das Problem: Die rote Armee hatte sich   zwischen dem Kessel und den deutschen   Linien eingegraben wie eine Mauer aus   Stahl und Blut. Die Sowjets wussten,   dass ein Entsatzangriff kommen würde und   bereiteten tief gestaffelte   Verteidigungen vor.

 

 Panzergräben,   Bunker, Artilleriestellung, Minenfelder.   Sie wollten jeden deutschen Vorstoß im   Blut ertränken. Sowjetische Ingenieure   arbeiteten Tag und Nacht, um die   Verteidigung zu verstärken. General   Georg von Küchler warf alles in die   Schlacht, was er hatte. Frische   Divisionen wurden von anderen   Frontachnitten abgezogen, was diese   Abschnitte gefährlich schwächte.

 

 Panzer,   die eigentlich für andere Operationen   vorgesehen waren, rollten nach Demjansk.   Die Zeh Armee Cors unter General   Christian Hansen bekam den Befehl:   “Durchbrechen kostte es was es wolle.”   Hansen war ein harter erfahrener   Offizier, aber selbst er wusste, dass   diese Operation ein Himmelfahrtskommando   war.

 

 Er versammelte seine   Bataillonskommande und sagte ihnen die   Wahrheit: “Viele von uns werden sterben,   aber unsere Kameraden in Demyansk werden   alle sterben, wenn wir es nicht   versuchen.” Am 21. März 1942   begann der Entsatzangriff. Die deutschen   Truppen stießen mit brutaler Gewalt vor.   Panzer durchbrachen sowjetische   Stellungen.

 

 Infanterie folgte im   Schatten der Stahlkolosse. Artillerie   verwandelte die Landschaft in eine   Mondlandschaft. Die Sowjets kämpften   verbissen, aber die Deutschen waren   getrieben von der Verzweiflung, ihre   Kameraden zu retten. Jeder Soldat   wusste, dort drinnen sind unsere Brüder.   Wir lassen sie nicht sterben. Die ersten   Tage brachten gute Fortschritte.

 

 Mehrere   Kilometer Geländegewinn, durchbrochene   Verteidigungslinien, aber dann   versteifte sich der sowjetische   Widerstand. Kilometer für Kilometer   kämpften sie sich vorwärts, jeden Tag   ein paar hundert Meter, manchmal nur 50.   Die Verluste waren entsetzlich auf   beiden Seiten. Ganze Kompanien   verschwanden in Artilleriefeuer.

 

 Panzer   brannten wie Fackeln, Verwundete   schrienen im Schnee. Aber die Deutschen   gaben nicht auf. Sie konnten nicht   aufgeben. Nachts gruben sie sich ein,   versorgten die Verwundeten, reparierten   die Panzer und am nächsten Morgen   griffen sie wieder an. Die Erschöpfung   war überwältigend. Männer schliefen im   Stehen.

 

 Offiziere mussten ihre Truppen   anschreien, um sie wachzuhalten. Die   sowjetische Verteidigung war fanatisch.   Jeder Bunker musste einzeln gestürmt   werden. Jedes Dorf kämpfte bis zur   letzten Patrone. Die rote Armee hatte   ihre eigenen verzweifelten Gründe zu   kämpfen. Stalin hatte befohlen, die   Eingeschlossenen verhungern zu lassen.   Ein Durchbruch wäre eine persönliche   Niederlage für ihn.

 

 Also triebine   Generäle zu immer härteren   Gegenangriffen. Sowjetische Kommissare   erschossen Soldaten, die zurückweichen   wollten. Der Befehl war klar. Jeder   Meter Boden wird mit Blut bezahlt. Im   Kessel hörten die eingeschlossenen   Soldaten das Donner der Geschütze näher   kommen. Jeden Tag wurde es lauter. Jeden   Tag kam die Hoffnung näher.

 

 Brockdorf   Alefeld befahl Gegenangriffe, um die   Entsatztruppen zu unterstützen. Seine   Männer sollten von innen durchbrechen,   während Hansen von außen durchstieß. Es   war ein verzweifeltes Manöver, das   letzte Reserven verbrauchte, aber es   musste versucht werden. Die Soldaten im   Kessel sammelten ihre letzte Kraft für   diesen Ausbruchsversuch.

 

 Viele konnten   kaum noch laufen vor Erschöpfung, aber   sie versuchten es trotzdem. Am 14. April   nach fast 10 Wochen Belagerung geschah   das Unmögliche. Die ersten Panzerspitzen   der Entsatztruppen durchbrachen die   sowjetischen Linien und erreichten den   Kessel. Die Soldaten weinten. Sie   umarmten sich, konnten es kaum glauben.

 

  Sie hatten überlebt. Männer, die seit   Wochen nicht gelächelt hatten, brachen   in hysterisches Lachen aus. Offiziere,   die nie Schwäche zeigten, weinten offen.   War ein Moment reiner ungefilterte   Erleichterung. Sie waren nicht vergessen   worden, sie würden nicht sterben. Ein   Soldat schrieb später: “Als ich den   ersten Panzer sah, der von draußen kam,   brach ich zusammen.

 

 Ich hatte nicht   gewusst, wie sehr ich an der Hoffnung   festgehalten hatte, bis sie Wirklichkeit   wurde. Aber das war nicht das Ende.   Hitler, beeindruckt vom Erfolg der   Luftbrücke, weigerte sich, den Kessel   aufzugeben. Stattdessen befahl er, dem   Jansk als fester Platz zu halten. eine   vorgeschobene Bastion, die die   sowjetischen Kräfte binden sollte.

 

 Und   so begann ein zweites Kapitel dieser   unglaublichen Geschichte, noch bizarrer   als das erste. Die Militärlogik war   klar, der Kessel band sowjetische   Divisionen, die sonst an anderen Fronten   eingesetzt werden könnten, aber die   menschlichen Kosten waren unerträglich.   Die Soldaten, die gerade ihre Rettung   gefeiert hatten, erfuhren, dass sie   bleiben mussten.

 

 Die Enttäuschung war   verheerend. Der Korridor, den die   Einsatztruppen geschlagen hatten, war   nur kilometer breit. Ein schmaler   Streifenland zwischen feindlichen   Armeen. Die Sowjets nannten ihn Schlauch   und beschossen ihn Tag und Nacht mit   Artillerie. Jeder Transport durch diesen   Korridor war ein Spießruten. LKWs rasten   mit höchster Geschwindigkeit.

 

 Fahrer   ignorierten alle   Geschwindigkeitsbegrenzungen,   weil Langsamkeit tot bedeutete. Soldaten   warfen sich bei jedem Einschlag in den   Schnee. Verwundete starben auf dem Weg   nach draußen, bevor sie ein Krankenhaus   erreichen konnten. Der Schlauch wurde zu   einem Symbol für die Absurdität des   Krieges.

 

 Technisch offen, praktisch   tödlich. Manche Fahrer machten den Tripp   ein Dutzend Mal. Andere starben beim   ersten Versuch. Es war russisches   Roulette auf Rädern. Trotzdem hielt die   Wehrmacht dem Jansk weitere zehn Monate   lang. Der Kessel wurde zu einer grotes   Normalität, eine Stadt aus   Schützengräben und Bunkern, wo 100.000   Männer lebten, kämpften und starben.

 

  Luftbrücke lief weiter. Der Korridor   blieb offen und die Sowjets griffen   wieder und wieder an, unfähig, die   deutsche Verteidigung zu brechen. Es   wurde zu einem Krieg der Abnutzung, wo   beide Seiten bluteten, aber niemand   nachgab. Die Monate zogen sich hin wie   Jahre. Die Jahreszeiten wechselten vom   Winter zum Frühling, vom Frühling zum   Sommer, vom Sommer zurück zum Winter und   immer noch hielten sie.

 

 Die Soldaten   entwickelten bizarre Routinen. Sie   feierten Geburtstage in Bunkern,   spielten Karten bei Kerzenlicht. Sie   schrieben Briefe nach Hause, die   manchmal ankamen. Sie gaben ihrem   Stellungen Namen: Caffe Vaterland, Hotel   zur schönen Aussicht, schwarzer Humor   als Überlebensstrategie.   Sie lernten im Schlaf zu kämpfen, im   Stehen zu schlafen, mit halbem   Bewusstsein zu funktionieren.

 

 Einige   Bunker hatten sogar selbstgemalte   Wandbilder, Erinnerungen an Zuause, an   ein Leben, das eine Million Meilen   entfernien. Sie feierten Weihnachten   1942 im Kessel. Sie sangen stille Nacht   in ihren Bunkern, während draußen die   Artillerie donnerte. Erst im Februar   1943,   ein Jahr nach der Einschließung,   genehmigte Hitler den Rückzug.

 

 Die   militärische Situation hatte sich   geändert. Stadingrad war gefallen, die   gesamte Ostfront wankte. dem Jansk war   strategisch bedeutungslos geworden.   Operation Ziten evakuierte die Truppen   durch den Korridor, während Nachhuten   die Stellungen hielten. Es war ein   meisterhafter Rückzug, perfekt   organisiert, aber auch ein Eingeständnis   der Sinnlosigkeit des ganzen   Unternehmens. Die Ironie war bitter.

 

  Nach einem Jahr verzweifelten Haltens   evakuierten sie einen Kessel, der nie   hätte gehalten werden sollen. Am 28.   Februar verließen die letzten deutschen   Soldaten dem Jansk. Die Stadt wurde   gesprengt, die Bunker zerstört. Nichts   blieb zurück, außer Ruinen und Leichen.   Die Pioniere vermienten alles, sprengten   Brücken, verbrannten Vorräte.

 

 Als die   Sowjets einmarschierten, fanden sie eine   tote Stadt, ein Geisterort, der einmal   100000 Männer beherbergt hatte. Die   Explosion der Sprengladungen war so   gewaltig, dass sie noch Kilometer   entfernt zu hören war. Demjansk   existierte nicht mehr als Stadt, nur   noch als Name auf der Karte und als   Narbe in der Geschichte.

 

 Die Bilanz von   Demjansk war erschreckend. Über 90.000   deutsche Soldaten waren gefallen,   verwundet oder vermisst. Fast so viele   wie ursprünglich eingeschlossen waren.   Die Luftwaffe verlor 265   Transportflugzeuge, hunderte von   Piloten, unermessliche Mengen an   Treibstoff. Die Sowjets bezahlten einen   noch höheren Preis.

 

 Schätzungen sprechen   von überweihundert Verlusten auf ihrer   Seite. Für ein Stück Land, das   strategisch unwichtig war, hatten beide   Seiten hunderttausende geopfert.   Militärhistoriker nennen es heute eine   der sinnlosesten Schlachten des gesamten   Krieges. Eine Schlacht, die nur geführt   wurde, weil niemand zugeben wollte, dass   sie sinnlos war.

 

 Doch die wahren Folgen   von Demjansk waren psychologisch und   strategisch. Hitler hatte gelernt,   eingekesselte Truppen können gehalten   werden, wenn man sie aus der Luft   versorgt. Diese Lektion würde ihn später   in Stalingrad zum verheerenden Fehler   verleiten. Hermann Göring, Chef der   Luftwaffe, versicherte Hitler   persönlich: “Mein Führer, wenn wir   Demjansk versorgen konnten, können wir   auch Stalingrad versorgen.

 

 Es war eine   tödliche Überschätzung. Sie würde   tausend Männer das Leben kosten. Göring,   süchtig nach Macht und unfähig seinen   Fehler zuzugeben, log Hitler direkt ins   Gesicht. Und Hitler, der glauben wollte,   glaubte ihm. Die Luftwaffe hatte ihre   Grenzen erreicht. Was in dem Jansk   gerade noch funktionierte, würde in   Stalingrad katastrophal scheitern.

 Der   Unterschied, dem Jansk brauchte 300   Tonnen pro Tag. Stalingrad würde hundert   brauchen. Dem Jansk hatte hundertend   Mann. Stalingrad hatte.   Dem Jansk war 100 km vom Hauptquartier.   Stalingrad war 400. Aber Hitler hörte   nur die Erfolgsmeldung, nicht die   Warnung. Die Zahlen waren klar für   jeden, der rechnen konnte, aber niemand   wagte es dem Führer zu widersprechen.

 

  Für die Soldaten, die dem Jansk   überlebten, war es eine Erfahrung, die   sie nie vergessen würden. Viele sprachen   jahrzehntelang nicht darüber. Sie   konnten die Erinnerungen nicht ertragen.   Andere schrieben Bücher, versuchten zu   erklären, wie Menschen unter solchen   Bedingungen überleben können.

 

 Einer von   ihnen, ein junger Leutennt namens   Heinrich, sagte Jahre später: “Wir haben   in dem Janz gelernt, dass der   menschliche Wille stärker ist als jede   Waffe. Aber wir haben auch gelernt, dass   selbst der stärkste Wille einen Preis   hat und dieser Preis war höher, als   irgendjemand hätte bezahlen sollen.   Viele Überlebende litten unter dem, was   wir heute PTSD nennen würden.

 

 Sie   wachten schreiend auf, sahen tote   Kameraden in ihren Träumen. Sie konnten   das Brummen von Flugzeugen nicht mehr   ertragen. Die Ironie der Geschichte   liegt darin, dass dem Demansk sowohl ein   Triumph als auch ein Fluch war. Es   bewies, daß die unmögliche Verteidigung   möglich war und verführte die deutsche   Führung dazu, diese Strategie wieder und   wieder zu wiederholen, mit immer   katastrophaleren Folgen.

 

 Stalingrad,   Korsun, Budapest, alle diese Kessel   folgten dem gleichen Muster, aber keiner   endete so gut wie dem Jansk. Die   Wehrmacht wurde süchtig nach dem   Haltebefehl, unfähig zu erkennen, dass   dem Jansk die Ausnahme war, nicht die   Regel. Jedes Mal, wenn ein General einen   Rückzug vorschlug, hörte er: “Aber in   dem Jansk hat es funktioniert.

 

 Heute ist   dem Jansk eine kleine Stadt in Russland,   ruhig und vergessen. Nur ein paar   Denkmäler erinnern an die Schlacht.   sowjetische Monumente für ihre   gefallenen Soldaten, deutsche   Soldatenfriedhöfe, auf denen Tausende   ohne Namen ruhen. Die Wälder, in denen   einst Bunker und Schützengräben standen,   haben die Narben überwuchert, aber unter   der Erde liegen immer noch die Reste,   Stahlhelme, Gewehre, Knochen.

 

 Manchmal   finden Bauern beim Flügen Granaten,   Orden, persönliche Gegenstände von   Männern, die hier starben. Ein   russischer Bauer fand 2010 ein Tagebuch   eines deutschen Soldaten, perfekt   konserviert im gefrorenen Boden. Die   letzten Worte eines Mannes, der vor 68   Jahren gestorben war. Was können wir aus   dieser Geschichte lernen? Demjansk zeigt   uns die extremsten Grenzen menschlicher   Ausdauer.

 

 Es zeigt uns, wie weit   Menschen gehen können, wenn sie glauben,   keine andere Wahl zu haben. Aber es   zeigt uns auch die Gefahren des   Fanatismus. Wie ein einziger Befehl   halten, koste es was es wolle. ztausende   in den Tod treiben kann. Es zeigt uns,   dass kurzfristige Siege langfristige   Katastrophen vorbereiten können. Es   zeigt uns, dass Sturheit keine Strategie   ist.

 

 Wenn du jetzt denkst, dass dieser   Befehl verrückt war und niemals hätte   gegeben werden dürfen, dann drück den   Abonnieren Button. Denn Menschen, die   aus der Geschichte lernen wollen, sind   genau die, für die wir bei unbekannte   Geschichte WW2 diese Videos machen. Die   Soldaten in dem Jansk hatten keine Wahl.   Sie folgten Befehlen, kämpften für ihre   Kameraden, überlebten einen Tag nach dem   anderen.

 

 Viele von ihnen waren keine   Nazis, keine Fanatiker, nur junge   Männer, gefangen in einer   Kriegsmaschinerie, die außer Kontrolle   geraten war. Ihre Geschichte ist nicht   einfach schwarz oder weiß. Sie ist grau   wie der russische Winterhimmel, unter   dem sie litten. Sie waren Opfer und   Täter zugleich, Helden und Werkzeuge,   Menschen in unmenschlichen Umständen.

 

  Die Wahrheit ist kompliziert und das   macht sie schwer zu erzählen. Aber   gerade deshalb muss sie erzählt werden.   Und vielleicht ist das die wichtigste   Lektion von allen. Krieg macht keine   Helden, er macht Überlebende und selbst   die Überlebenden tragen Narben, die nie   heilen. Die Männer von dem Jansk   bewiesen, dass Menschen fast alles   ertragen können, aber sie bewiesen auch,   dass manche Dinge nicht ertragen werden   sollten.

 

 Ihre Ausdauer war   bewundernswert, aber die Umstände, die   diese Ausdauer erforderten, waren   kriminell. Sie verdienen es, erinnert zu   werden, nicht als Helden, nicht als   Schurken, sondern als Menschen, die in   die Hölle geschickt wurden und irgendwie   zurückkamen. Danke, dass du bis hierher   zugeschaut hast.

 

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