Kannst du dir vorstellen, mit dem Schwert am Gürtel und Monokel im Auge vor dem Führer zu stehen? Kannst du dir vorstellen, deine Faust auf seinen Kartentisch zu schlagen und zu sagen: “Ich habe nicht die Absicht, Herr Hitler, Befehle von einem Gauleiter entgegenzunehmen.” Ein Mann tat genau das im März 1945 und überlebte.
Dietrich von Sauken verteidigte Ostpreußen, als Deutschland längst verloren war. Aber wie konnte ein General, der Hitler offen trotzte, nicht nur überleben, sondern auch die höchste militärische Auszeichnung des Dritten Reiches erhalten? In diesem Video zeigen wir dir die unglaubliche Geschichte eines Mannes, der zwischen Pflicht und Prinzipien stand.
Dietrich von Sauken wurde am 16. Mai 1892 in Fischhausen Ostpreußen geboren. Er war der Sohn eines Landrats, also des obersten Verwaltungsbeamten eines Landkreises. Seine Familie verkörperte seit Generationen den preußischen Adel. Diszipliniert, pflichtbewusst und tief in militärischen Traditionen verwurzelt.
Die Familie von Sauken konnte ihren Stammbaum bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Eine Jahrhundertealte Tradition des Dienstes für Preußen. Als Kind besuchte Sauken das Kollegium Friederzianum, ein prestigeträchtiges Gymnasium in Königsberg, wo er 1910 sein Abitur ablegte. Diese Schule hatte eine lange Tradition in der Ausbildung der preußischen Elite.
Seine Klassenkameraden erinnerten sich später an einen zurückhaltenden, aber entschlossenen jungen Mann, der sich durch akademische Exzellenz auszeichnete. Der junge Dietrich zeigte bemerkenswerte künstlerische Fähigkeiten. Seine Mutter und der Direktor des Gymnasiums, Georg Ellend, förderten sein Talent.
Er besuchte regelmäßig Niiden, das heutige Nida in Litauen, wo ihn die dortige Künstlerkolonie inspirierte. Die Künstlerkolonie Niiden war ein Treffpunkt für expressionistische Künstler und der junge Sauken verbrachte ganze Sommer damit, die Landschaften der kurischen Nährung zu skizzieren. Seine Zeichnungen zeigten feine Linienführung, ein Gespür für Details und eine bemerkenswerte Fähigkeit, Atmosphäre einzufangen.
Sauken träumte davon, Künstler zu werden. Er stellte sich ein Leben in Paris oder München vor in den Bohèmkreisen der Vorkriegszeit. Doch die Familientradition überwog. Sein Vater, ein pflichtbewusster preußischer Beamter, machte deutlich, daß ein von Zauken der Krone diente, nicht der Kunst. Am 1.
Oktober 1910 trat er als Fahnenjunker in das Grenadierre König Friedrich Wilhelm. ein, eines der ältesten preußischen Regimente mit Sitz in Königsberg. Es war ein schmerzhafter Abschied von seinen künstlerischen Ambitionen. Am 19. Juni 1912 wurde er zum Leutnand befördert. Die folgenden zwei Jahre waren eine Zeit intensiver militärischer Ausbildung.
Er lernte die Kunst des Kavalleriegefechts, studierte Taktik und Geschichte. Seine Vorgesetzten bemerkten seine Fähigkeit, klar zu denken, auch unter Druck. eine Eigenschaft, die in den kommenden Jahren von unschätzbarem Wert sein würde. Im August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus und Zaukens Leben nahm eine dramatische Wendung.
Er kämpfte an der Ostfront in den Schlachten von Stallopönen, Gumbinnen und Tannenberg. Diese frühen Schlachten waren chaotisch und von hoher Intensität geprägt. Bei Tannenberg, der legendären deutschen Einkreisung der russischen Zweiten Armee, erlebte Sauken erstmals das volle Ausmaß moderner Kriegsführung. Im Oktober 1914 erhielt er das eiserne Kreuz zweiter Klasse.
Der Preis war allerdings hoch. Sauken wurde zum ersten Mal verwundet. Ein Schrapnellsplitter traf seine Schulter. Nach einer kurzen Erholung kehrte er an die Front zurück. 1916 wurde er an die Westfront verlegt, wo ihn Werd erwartete. Die Schlacht von Verda war eine der längsten und verlustreichsten Schlachten der Menschheitsgeschichte.
Fast ein Jahr lang warfen beide Seiten Männer und Material in einen Abnutzungskampf, der über 700.000 Leben kostete. Sauken kämpfte in diesem Inferno Monat für Monat. Im Mai 1916 erhielt er das eiserne Kreuz erster Klasse, eine Auszeichnung, die normalerweise nur für außergewöhnliche Tapferkeit verliehen wurde.
Später kämpfte er in den Karpaten, jener gebürgigen Region zwischen dem heutigen Polen, der Slowakei und Rumänien. Die Kämpfe dort waren ebenso verlustreich, verschärft durch das schwierige Gelände und die extremen Wetterbedingungen. Der Krieg hinterließ tiefe Spuren. Sauken wurde sieben mal verwundet. Sein Körper trug die Narben dieser Auseinandersetzungen.
Eine Wunde an seinem Bein führte zu einem leichten Hinken, das ihn für den Rest seines Lebens begleiten sollte. Für seine Leistungen in der deutschen Frühjahrensive und der Hund Tageo Offensive erhielt er das Ritterkreuz des königlichen Hausordgens von hohen Zollern mit Schwertern und das österreichische Militärverdienstkreuz.
Als der Krieg 1918 endete, war Sauken zum Hauptmann befördert worden, mit 26 Jahren bereits ein hochdekorierter Offizier. Doch der Krieg hatte ihn verändert. Nach dem Krieg diente er in den Freikorps, paramilitärischen Einheiten, die in den chaotischen Nachkriegsjahren operierten. 1921 trat er der Reichswehr bei, der kleinen, aber professionellen Armee, die Deutschland nach dem Versailler Vertrag erlaubt war.
Von 1927 an wurde er in die Sowjetunion entsandt. Eine geheime Kooperation zwischen Deutschland und der UDSSR, die es der Reichswehr ermöglichte, moderne Waffentechnologie zu testen und zu entwickeln, entgegen den Beschränkungen des Versa Vertrags. In der Sowjetunion lernte Sauken nicht nur russisch, sondern studierte auch sowjetische Militärtaktiken.
Diese Erfahrung sollte später von erheblichem Wert sein, als er gegen die rote Armee kämpfte. Er verstand ihre Denkweise, ihre Stärken und Schwächen. 1934 wurde er zum Major befördert und als Ausbilder an die Kriegsschule Hannover versetzt. Hier bildete er die nächste Generation deutscher Offiziere aus.
Seine Schüler erinnerten sich an einen strengen, aber fairen Lehrer, der auf Disziplin und taktisches Denken bestand. Am Isten Juni 1939, kurz vor Kriegsausbruch, erhielt er den Rang eines Obersts. Als der Zweite Weltkrieg begann, diente Sorgen zunächst im Polenfeldzug von 1939. Seine Führungsqualitäten und sein taktisches Geschick fielen auf.
Im Herbst 1940 übernahm er das Kommando über die vierte Schützenbrigade der vierte Panzerdivision. Diese Division war eine der Eliteeinheiten der Wehrmacht. ausgestattet mit modernen Panzern und gut ausgebildeten Soldaten. Als Operation Barbarossa der deutsche Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 begann, war Sautens Brigade an vorderster Front dabei.
Die ersten Wochen verliefen aus deutscher Sicht erfolgreich, doch bald wendete sich das Blatt. Ende 1941 übernahm er das Kommando über die gesamte vierte Panzerdivision, die in die Schlacht um Moskau verwickelt war. Die Schlacht um Moskau war Hitlers Versuch, die sowjetische Hauptstadt vor Wintereinbruch zu erobern.
Doch der russische Winter kam früh und mit extremer Härte. Temperaturen fielen auf -40°CUS. Am. Januar 1942 wurde Sauten zum Generalmajor befördert, ein bemerkenswerter Aufstieg. Doch am nächsten Tag, den 2. Januar 1942, wurde er schwer verwundet. Bei Abwehrkämpfen um die Stadt Wolchow traf ihn ein Schrapnellsplitter am Kopf.
Ein großer Teil seiner linken Augenbraue und Stirn mußte operativ entfernt werden. Diese Verletzung hinterließ sichtbare Narben, die sein Gesicht für den Rest seines Lebens zeichneten. Er verbrachte mehrere Monate im Krankenhaus. Erst im August 1942 kehrte er zurück, zunächst in Ausbildungsrollen als Kommandeur der Schule für schnelle Truppen in Kramptnitz, bevor er am 1.
April 1943 zum Generalleutnand aufstieg. Im Mai 1943 kehrte Sauken an die Front zurück und übernahm erneut das Kommando über die vierte Panzerdivision. Er führte sie während der Schlacht bei Kurk im Sommer 1943 der größten Panzerschlacht der Geschichte. Operation Zitadelle, wie die deutsche Offensive genannt wurde, sollte die sowjetische Front durchbrechen und die Initiative im Osten zurückgewinnen.
Doch die Sowjets waren vorbereitet. Sie hatten tiefe Verteidigungslinien angelegt mit Minenfeldern, Panzergräben und strategisch platzierten Geschützen. Die Schlacht entwickelte sich zu einem verlustreichen Abnutzungskampf. Sauken führte seine Division mit Geschick, aber selbst sein taktisches Können konnte nicht verhindern, dass die deutsche Offensive scheiterte.
Nach Kursk verschob sich der Krieg endgültig. Von nun an befand sich die Wehrmacht auf dem Rückzug. Im Juli und August 1943 während der sowjetischen Operation Kutusov bewährte sich Saukens Division erneut. Seine Division verteidigte ein Gebiet südlich von Orell bei Yablonowetz. In intensiven Kämpfen zerstörten seine Truppen 62 sowjetische Panzer und vereitelten damit einen feindlichen Durchbruch.
Diese Leistung brachte ihm am 22. August 1943 das Ritterkreuz mit Eichenlaub ein. Die Verleihung dieser Auszeichnung. Im Wehrmachtbericht vom 3. Dezember 1943 wurde er namentlich erwähnt, eine seltene Ehre. Später während der harten Verteidigungsschlachten um Gomel Ende 1943 führte Sauken seine Division mit solcher Geschicklichkeit, dass ihm am 31.
Januar 1944 die Schwerter zum Ritterkreuz verliehen wurden. Er war die 46. Person, die diese Ehre erhielt. Im Juni 1944 führte die Sowjetunion die Operation Bagration durch, benannt nach einem russischen General aus den napoleonischen Kriegen. Es war eine der erfolgreichsten militärischen Operationen der Geschichte.
Innerhalb von wenigen Wochen überrollte die rote Armee die deutsche Heresgruppe Mitte, vernichtete 28 Divisionen und tötete oder gefangen über 400.000 Deutsche Soldaten. Sauken, der gerade als stellvertretender Kommandeur des dritten Panzerkors diente, erlebte diesen Zusammenbruch hautnah. Als seine Einheiten unter dem massiven sowjetischen Angriff zusammenbrachen, wildete er aus den Überresten mehrerer zerstörter Einheiten die Kampfgruppe von Zauken.

Diese bestand hauptsächlich aus Elementen der fünften Panzerdivision, der 170. Infanterie Division und dem 505. schweren Panzerbataillon. Die Situation war verzweifelt. Die sowjetischen Streitkräfte überwogen im Verhältnis 10:1. Aber Sauken weigerte sich aufzugeben. Während der sowjetischen Offensive auf Minsk gelang es seiner Kampfgruppe vorübergehend einen Fluchtweg über die Beresina offenzuhalten.
Jenen Fluss, an dem Napoleon 1812 seine Armee verloren hatte. Durch geschickte Führung ermöglichte Sauken tausenden deutschen Soldaten die Flucht. Diese außergewöhnliche Leistung wurde am 5. Juli 1944 im Wehrmachtbericht erwähnt. Am 1. August 1944 wurde er zum General der Panzertruppe befördert.
Seine Kampfgruppe wurde offiziell als Trissigonen Panzercore bezeichnet. Ende September 1944 verließ Sauken dieses Kommando, um die Führung des neu aufzustellenden Panzerchor Großdeutschland zu übernehmen. Dieses Chor bestehend aus Elitedivisionen wie der Panzergrenadier Division Großdeutschland und der Panzergrenadier Division Brandenburg sollte eine starke Armeeeserve werden.
Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Im Januar 1945 starteten die Sowjets die Weichsel OD Offensive, einen massiven Vorstoß, der sie von der Weichsel bis zur Oder tragen sollte. Das noch unvollständige Panzerchor Großdeutschland wurde geteilt und die Hälfte, einschließlich Sauken, wurde nach Osten beordert, um diesen Vorstoß zu stoppen.
Es war eine aussichtslose Aufgabe. Sauken führte das Chor bis Februar 1945, als er von Generaloberst Heinz Guderian, dem Generalstabschef des Heeres, in die Führerreserve versetzt wurde. Der Grund war ein Streit über die Sinnlosigkeit, den Krieg fortzusetzen. Zacken hatte öffentlich erklärt, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen sei und dass die Fortsetzung der Kämpfe nur zu weiterem Blutvergießen führen würde.
Das Gespräch zwischen Guderian und Sauken war angespannt gewesen. Guderian, selbst ein talentierter Panzergeneral, sah die militärische Realität genauso klar wie Sauken. Aber als Generalstabschef musste er Hitlers Befehle ausführen. Diese Aussage hätte Sauken normalerweise das Leben kosten können.
Defetismus war ein Kapitalverbrechen, doch Guderian hatte trotz der Meinungsverschiedenheit eine hohe Meinung von Saukens militärischen Fähigkeiten. Er beschrieb sie später als herausragend. In seinem Buch Erinnerungen eines Soldaten schrieb Guderian später: “Generäle Nering und von Sauken vollbrachten in jenen Tagen in Ostdeutschland Leistungen militärischer Virtuosität, die nur die Feder eines neuen Xenophon angemessen beschreiben könnte.
” Das war hohes Lob. Sauken verbrachte vier Wochen in der Führerreserve eine quälende Zeit. Er wußte, daß draußen seine Heimat Ostpreußen unter sowjetischem Angriff stand. Dann am 12. März 1945 wurde er nach Berlin gerufen. Deutschland lag in Trümmern. Die rote Armee hatte bereits weite Teile Ostpreußens erobert.
Die westlichen Alliierten hatten den Reihen überquert. Das Dritte Reich war nur noch Wochen von seinem Ende entfernt. Und doch hatte Hitler ihn zurückgerufen. Was dann geschah, ist legendär. Hauptmann Gerhard Bold, ein Augenzeuge und selbst ein ausgezeichneter Kavallerieoffizier, beschrieb die Szene später ausführlich in seinem Buch Die letzten Tage der Reichskanzlei.
Sauken betrat Hitlers Hauptquartier auf eine Weise, die jeden anderen das Leben gekostet hätte. Er war schlank und elegant, die Verkörperung eines preußischen Kavallerieoffiziers. Er trug sein Kavallerieschwert an der linken Seite, obwohl Offizieren seit dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 strikt verboten war, Waffen in Hitlers Gegenwart zu tragen.
Sein Monokel saß fest in seinem rechten Auge, ein weiteres Symbol seiner aristokratischen Herkunft. Und als er vor Hitler stand, gab er einen militärischen Salut und eine leichte Verbeugung, aber keinen Nazigruß mit ausgestrecktem Arm und Heil Hitler ruf, wie es seit Juli 1944 für alle Offiziere in Hitlers Gegenwart Vorschrift war.
Das waren drei gleichzeitige Verstöße gegen die Regeln. Bol schrieb später: “Es waren drei Ungeheuerlichkeiten auf einmal. Die anwesenden, darunter General Oberst Guderian und Martin Bohmann, Hitlers mächtiger Sekretär, schienen zu Stein erstarrt. Ihre Gesichter erbleichten. Doch Hitler schien es nicht zu bemerken.
Er bat Guderian lediglich Sauken über die Lage in Ostpreußen und dann sich zu informieren, wo er das Kommando über die zweite Armee übernehmen sollte. Guderian erklärte die katastrophale Situation. Die sowjetischen Armeen hatten Ostpreußen nahezu vollständig überrollt. Hunderttausende Zivilisten waren auf der Flucht.
Die deutschen Verteidiger waren erschöpft. Dann fügte Hitler beiläufig hinzu, dass Sauken im Gebiet von Danzig die Autorität von Gauleiter Albert Forster akzeptieren müsse. Das war der Moment, in dem Fassade zerbrach. Albert Forster war einer der berüchtigtsten Nazigauleiter. Als Gaulleiter von Danzig Westpreußen hatte er ein Regime der Unterdrückung errichtet.
Forster war kein Militärmann, er war ein Parteifunktionär von Ideologie besessen. Für einen preußischen General wie Sauken war die Vorstellung, Befehle von einem solchen Mann entgegenzunehmen, unerträglich. Es ging nicht nur um militärische Hierarchie, es ging um Ehre, um Tradition, um alles, wofür die preußische Offizierskaste stand.
Sauken erstarrte. Sein Monokel blieb im Auge. Er lehnte sich über den Kartentisch, eine massive Marmorplatte, auf der die letzten Verteidigungspläne des Reiches ausgebreitet lagen, und dann schlug er mit der flachen Hand auf den Tisch. Der Knall halte durch den Raum. Ich habe nicht die Absicht, Herr Hitler, mich den Befehlen eines Gaulleiters zu unterstellen.
Die Stille im Raum war absolut. Zacken hatte nicht nur Hitlers Befehl abgelehnt, er hatte ihn mit Herr Hitler angesprochen, dem zivilen Herr Hitler statt des Vorgeschriebenen Mein Führer. Das war eine bewusste Beleidigung. Bold erinnerte sich später, man hätte eine Stecknadelf fallen hören können. Guderian und Bormann standen wie versteinert.
Ihre Gesichter waren Aschfahl. Beide hatten gesehen, wie Hitler Menschen für weit geringere Vergehen verurteilen ließ. Sie rechneten mit einer Explosion. Aber nichts dergleichen geschah. Hitler war still. Er starrte auf seine Karten, sein Gesicht ausdruckslos. Sekunden vergingen. Dann hob er langsam den Kopf und sah hauken an.
Seine Stimme, als er sprach, war leise, fast flüsternd. In Ordnung, Sauken, behalten Sie das Kommando für sich selbst. Es war unfassbar. Hitler hatte nachgegeben. Guderian und Bormann versuchten noch zu intervenieren. Sie redeten auf Sauken ein, versuchten ihn zu überreden. Aber Sauken wiederholte nur: “Ich habe nicht die Absicht, dies zu tun.
” Seine Stimme war kalt, fest. Hitler hob eine Hand und winkte ab. Das Gespräch war beendet. Mit einer kaum wahrnehmbaren Verbeugung, wieder kein Nazigruß, drehte sich Sauken um und verließ den Raum. Hitler schüttelte ihm nicht die Hand. Es war das letzte Mal, dass sie sich sahen. Die Anwesenden waren schockiert.
Keiner konnte glauben, was gerade geschehen war. Am nächsten Tag, dem 13. März 1945, flog Sauken nach Danzig. Seine Aufgabe war überwältigend. Die zweite Armee war ein Schatten ihrer selbst, zusammengesetzt aus erschöpften Überresten mehrerer Einheiten. Die sowjetische Offensive in Ostpreußen hatte am 13.
Januar 1945 begonnen und die deutschen Verteidigungen rasch überrollt. Die rote Armee setzte gewaltige Kräfte ein. Die dritte weißrussische Front unter Marschall Ivan Chanchowski und die zweite weißrussische Front unter Marschall Konstantin Rokosowski griffen von Norden und Süden an. Sie verfügten über tausende von Panzern, ztausende Geschütze und Millionen Soldaten.
Die vierte Armee war im Heiligen Beiler Kessel eingekesselt. Königsberg, die alte Hauptstadt Ostpeens, war isoliert und belagert. Hundertusende Zivilisten flohen vor der heranrückenden roten Armee. Saukens Priorität war klar, die Evakuierung von Zivilisten und verwundeten Soldaten über die Ostsee zu ermöglichen.
Dafür mussten die Häfen und Evakuierungsroen so lange wie möglich gehalten werden. Die zweite Armee verteidigte einen schmalen Küstenstreifen entlang der danziger Bucht und des frischen Hafs. Die Bedingungen waren extrem schwierig. Die Truppen waren chronisch unterversorgt. Munition war knapp.
Manchmal hatten Artilleriebatterien nur noch wenige Granaten pro Tag. Treibstoff war so rah, daß Panzer oft als stationäre Geschützstellungen eingesetzt werden mußten. Viele Einheiten bestanden aus Volkssturmmännern, älteren Männern über 50 und jungen unter 18, die kaum militärisch ausgebildet waren.
Sie trugen auf zivile Kleidung mit einer Armbinde und hatten veraltete oder improvisierte Waffen. Trotz all dieser Widrigkeiten leistete die Zweite Armee Widerstand. Jeder Tag, den sie den sowjetischen Vormarsch verzögerten, bedeutete tausende geretteter Leben. Die Kriegsmarine führte Operation Hannibal durch, die größte Seeevakuierung der Geschichte.
Schätzungsweise über 2 Millionen Menschen wurden über die Ostsee in den Westen evakuiert. Der Heiligen Beiler Kessel war besonders verzweifelt. Etwa 000 deutsche Soldaten und 2000.000 Zivilisten waren dort eingeschlossen, eingeklemmt zwischen der roten Armee und dem frischen HAF. General Friedrich Wilhelm Müller, der das Kommando über die eingekesselte vierte Armee führte, erhielt von Berlin den Befehl bis zum letzten Mann zu kämpfen.
Hitler und Großadmiral Karl Dönz weigerten sich kategorisch, eine Evakuierung zu genehmigen. Die Verteidiger kämpften in dem Wissen, dass sie verloren waren für ihre Kameraden, für die Zivilisten, für die Zeit, die jede Stunde der Evakuierung gewährte. Viele Zivilisten versuchten verzweifelt über das zugefrorene frischer Haft zu entkommen.
Deutsche Pioniere hatten Fade über das Eis angelegt und mit Lampen markiert, aber die Bedingungen waren lebensbedrohlich. Die Temperaturen lagen weit unter dem Gefrierpunkt. Das Eis war dünn und begann zu schmelzen. Vom 13. bis zum 29. März führte die rote Armee die Braunsbergeroffensive durch, um den Heiligen Beiler Kessel endgültig zu zerschlagen.
Die sowjetischen Truppen setzten massive Artillerie ein, dann kam die Infanterie und die Panzer. Die Stadt Heiligen Weil wurde am 22. März angegriffen. Am 25. März nach intensiven Kämpfen wurde sie eingenommen. Von der Stadt blieb kaum etwas übrig. Die letzten Evakuierungen fanden am Morgen des 29.
März von Karlholz und Balger statt. Dort bildete Rest der 562. Volksgrenadierision einen Nachhut und wurde aufgerieben, damit die letzten Schiffe ablegen konnten. Ihr Kommandeur Generalmajor Helmut Hufenbach fiel im letzten Gefecht. Nach sowjetischen Angaben verloren die Deutschen im Heiligen Beiler Kessel 93 000 Tote und 4648 Gefangene.
Deutsche Quellen behaupten, dass viele Truppen erfolgreich zur frischen Nährung evakuiert wurden. Sauken und seine zweite Armee kämpften weiter, um die verbleibenden Häfen offenzuhalten. Danzig, die alte Hansestadt fiel schließlich am 28. März 1945. Die Überreste der Zweite Armee zogen sich ins Weichseldelta nordöstlich der Stadt zurück. Am 7.
April wurde die zweite Armee in Armee Oberkommando Ostpreußen umbenannt und übernahm auch die Reste der vierten Armee. Die Halbinsel Hela wurde zum letzten Rückzugsort. Dort hielten Saukens Truppen bis zum absoluten Ende durch. Schiffe kamen und gingen Tag und Nacht. beladen mit Verwundeten und Flüchtlingen. Am Mai 1945, dem Tag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands, erhielt Sauken eine Nachricht.
Er war mit dem Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten ausgezeichnet worden, der höchsten militärischen Auszeichnung Naziutschlands. Er war der 27. und letzte Empfänger dieser Ehre. Die Ironie war bitter. An dem Tag, an dem das Dritte Reich offiziell endete, erhielt der Mann, der Hitler getrotzt hatte, dessen höchste Auszeichnung.
Admiral Dönitz, der nach Hitlers Selbstmord am 30. April zur Reichspräsidenten ernannt worden war, schickte ein Wasserflugzeug, um Sauken zu evakuieren. Der Plan war klar. Sauken sollte nach Schleswig-Holstein fliegen, wo er sich den Westalliierten ergeben könnte. Die Behandlung durch die Amerikaner und Briten wäre zweifellos humaner gewesen, als das, was von den Sowjets zu erwarten war. Aber Sauken lehnte kategorisch ab.
Seine Antwort wurde legendär. Mein Platz ist bei meinen Soldaten. Er befahl, das Flugzeug mit verwundeten Soldaten zu füllen und zurückzuschicken. Diese Entscheidung definierte Sauken vielleicht mehr als alles andere. Er hätte entkommen können, aber er weigerte sich, seine Männer zu verlassen. Es war eine Frage der Ehre, der Pflicht, jener alten preußischen Werte, die sein ganzes Leben bestimmt hatten.
Am 9. Mai 1945, einen Tag nach der offiziellen Kapitulation, ergab sich Sauken mit den Überresten seiner Armee, der roten Armee auf der Halbinsel Hela. Es war vorbei. Die Evakuierung von Zivilisten und Militärpersonal aus diesem Gebiet dauerte noch bis zum 10. Mai an. Was danach folgte, war eine der dunkelsten Perioden in Saukens Leben.
Er wurde zunächst in das Lubianka Gefängnis in Moskau gebracht, das Hauptquartier des NKWD, des sowjetischen Geheimdienstes. Später wurde er ins Oriol Gefängnis verlegt. Die sowjetischen Verhörer hatten eine klare Agenda. Sie verlangen von ihm, falsche Geständnisse zu unterschreiben. Sie wollten, dass er Kriegsverbrechen zugab.
Sauken weigerte sich standhaft. Die Konsequenzen waren schwerwiegend. Sauken wurde über längere Zeiträume verhört. Er verbrachte Monate in einzelhaft in einer winzigen Zelle ohne Fenster, ohne Kontakt zur Außenwelt. 1949 wurde er schließlich zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ein Urteil mit erheblicher Härte.
Er wurde ins sibirische Arbeitslager Taiet verlegt, eines der härtesten Lager des Gulacsystems. Ta lag tief in Sibirien, wo die Temperaturen im Winter auf -50° CSUS fallen konnten. Die Bedingungen waren extrem hart. Die Gefangenen arbeiteten lange Stunden bei eisiger Kälte mit minimaler Nahrung und ohne angemessene Kleidung.
Krankheiten verbreiteten sich. Viele überlebten nicht. Die Jahre in sibirischer Gefangenschaft hinterließen deutliche Spuren bei dem einst so stolzen preußischen General. Sein Körper wurde geschwächt, aber er überlebte durch Willenskraft und innere Stärke. 1955, 10 Jahre nach seiner Gefangennahme, wurde Sauken im Rahmen der Heimkehr der Kriegsgefangenen freigelassen.
Die Beziehungen zwischen Westdeutschland und der Sowjetunion hatten sich leicht verbessert. Als Sauken die Freiheit erlangte, war er kaum wieder zu erkennen. Der Mann, der zurückkehrte, war ein Schatten seiner selbst. Er war für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt und litt unter anhaltenden Schmerzen.
Die einst stolze Haltung des preußischen Kavallerieoffiziers war gebrochen. Sauken ließ sich in Polch bei München nieder, einem ruhigen Vorort fernab der Aufmerksamkeit. Dort, in der Stille seines kleinen Hauses, nahm er das Malen wieder auf, jene künstlerische Leidenschaft aus seiner Jugend, die er vor so vielen Jahren für den Militärdienst aufgegeben hatte.
Seine Bilder zeigten oft Landschaften, sanfte Hügel, stille Seen, friedliche Wälder. Nie malte er Kriegsszenen. Es war als ob er durch seine Kunst eine Welt erschaffen wollte, die das Gegenteil dessen war, was er erlebt hatte. Er sprach selten über seine Kriegserlebnisse oder die Jahre der Gefangenschaft.
Wenn Besucher kamen, alte Kameraden, Historiker, Journalisten, war er höflich, aber zurückhaltend. Er beantwortete Fragen sachlich, ohne Emotion, ohne Selbstmitleid. Die Erinnerung an seinen ältesten Sohn Leutnant Hans Erich von Sauken, der am 30. Mai 1944 in Rumänien gefallen war, nur einen Tag nach seinem 20.
Geburtstag, war eine Last, die Sauken sein ganzes Leben trug. Er sprach nie über ihn, aber diejenigen, die ihn kannten, sahen den Schmerz in seinen Augen. Am 27. September 1980 starb Dietrich von Sauken im Alter von 88 Jahren. Er wurde auf dem Waldfriedhof Seen in München beigesetzt, zusammen mit seiner Frau Elisabeth und seinem gefallenen Sohn.
Die Beerdigung war klein, besucht von wenigen alten Kameraden und Familienmitgliedern. Es gab keine militärischen Ehren, keine großen Reden. So wie er gelebt hatte in Stille und Würde, so ging er auch. Dietrich von Sauken bleibt eine der faszinierendsten und widersprüchlichsten Figuren des Zweiten Weltkriegs. Er war kein Widerstandskämpfer wie Klaus von Staufenberg, der versuchte Hitler zu töten.
Er war kein überzeugter Nazi wie viele andere hochrangige Offiziere. Er war etwas dazwischen, ein Mann gefangen zwischen alter Tradition und neuer Barberei. Sauken verkörperte die alte preußische Offizierskaste. Pflicht, Ehre, Professionalität, Verachtung für ideologischen Fanatismus. Als Aristokrat aus einer alten Adelsfamilie sah er in den Nationalsozialisten Emporkömmlinge.
Sein Monokel und sein Kavallerieschwert waren nicht nur militärische Accessoires, sie waren Symbole einer Welt, die dem Nationalsozialismus widerstand. Doch diese Prinzipien brachten ihn in einen tiefen moralischen Konflikt. Sauken diente dem Regime treu bis zum bitteren Ende. Er führte deutsche Truppen in einem Krieg, der von Anfang an ungerecht war.
Seine Verteidigung Ostpreußens rettete zweifellos tausende von Zivilisten, aber sie verlängerte auch einen Krieg, der bereits verloren war. Historiker sind sich uneins darüber, wie man Sauken bewerten soll. Einige sehen in ihm einen ehrenhaften Soldaten, der in einer unmöglichen Situation nach seinen Prinzipien handelte.
Andere Historiker kritisieren, dass seine Loyalität zum deutschen Staat ihn daran hinderte, sich aktiv gegen ein verbrecherisches Regime zu stellen. Er wusste, dass das Regime böse war. Er verachtete die Nazis, aber er diente trotzdem. Die Geschichte von Dietrich von Sauken erinnert uns daran, daß Geschichte selten schwarz-weiß ist.
Er war weder ein Held noch ein Schurke im absoluten Sinne. Er war ein Mensch mit Stärken und Schwächen, gefangen zwischen Pflicht und Moral, zwischen Überleben und Prinzipien. Was unbestritten bleibt, ist sein außergewöhnlicher Mut. In einer Zeit, in der tausende Menschen wegen geringerer Vergehen hingerichtet wurden, trat er Hitler offen entgegen.
Er weigerte sich, sein Schwert niederzulegen, sein Monokel abzunehmen oder den Nazigruß zu geben. Und als die Gelegenheit kam, sein eigenes Leben zu retten, blieb er bei seinen Männern. Seine Verteidigung Ostpreußens im Frühjahr 194 war militärisch aussichtslos, aber moralisch komplex. Jeder Tag, den er herauszögerte, bedeutete mehr Verluste auf beiden Seiten, aber er bedeutete auch mehr gerettete Zivilisten.
Die Kriegsmarine evakuierte während Operation Hannibal über 2 Millionen Menschen. Ohne die Verteidigung der Hafenstädte wäre diese beispiellose Rettungsaktion unmöglich gewesen. Jedes dieser zwei Millionen Menschen hatte eine Geschichte, eine Familie, Hoffnungen und Träume. Das ist Saukens bleibendes Vermächtnis.
Nicht die militärischen Siege oder die Medaillen, sondern die Leben, die gerettet wurden. Dietrich von Sauken starb 1980 in Stille und Schmerz. Sein Leben erstreckte sich über zwei Weltkriege, sieben Verwundungen im Ersten Weltkrieg, zahllose Schlachten im Zweiten, eine legendäre Konfrontation mit einem Diktator, 10 Jahre sowjetische Gefangenschaft und schließlich 25 Jahre in einem Rollstuhl.
Seine Geschichte ist ein Mahnmal für die Komplexität menschlicher Entscheidungen in unmöglichen Zeiten. Sie erinnert uns daran, dass Geschichte nicht nur von Helden und Schurken bevölkert wird, sondern von Menschen, komplexen widersprüchlichen Menschen, die versuchen, das Richtige zu tun in einer Welt, in der oft unklar ist, was richtig bedeutet.
Nun, das war’s. Wir hoffen, du hast unser Video genossen und etwas über diese außergewöhnliche komplexe Persönlichkeit des Zweiten Weltkriegs gelernt. Wenn dich solche tiefgehenden historischen Geschichten interessieren, lass uns das in den Kommentaren wissen. Was denkst du über Dietrich von Sauken? Vergiss nicht dieses Video zu liken und unseren Kanal zu abonnieren, um keine weiteren Geschichten über die vergessenen Figuren der Geschichte zu verpassen.
Wir sehen uns im nächsten Video. Danke fürs Zuschauen.